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Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten weltweit. Viele Eltern nehmen eine Ansteckung in Kauf, da sie von einem harmlosen Krankheitsverlauf ausgehen. Jedoch erfolgt die Windpockeninfektion nicht immer ohne Komplikationen. Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung gegen Windpocken für alle Kinder und Jugendliche.

Notwendigkeit einer Windpockenimpfung

„Eine Windpockeninfektion ist mit sehr unangenehmen Symptomen wie hohem Fieber und einem juckenden Hautauschlag verbunden“, erklärt Dr. Taner Uguz, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Kleinkinder würden diese Zeit zwar meist ohne Komplikationen überstehen, in einzelnen Fällen könne es aber auch zu unschönen Narben oder sogenannten Sekundärinfektionen kommen. Davon seien nicht nur Neugeborene oder Kinder mit einem geschwächten Immunsystem betroffen, sondern auch gesunde. Vor der Einführung der Impfung hätten etwa 2.000 Kinder unter 16 Jahren wegen einer Windpockenerkrankung oder deren Folgen ins Krankenhaus gemusst.

Zeitgleich mit Masern, Mumps und Röteln impfen

Die Windpockenimpfung kann als Einzel- oder als Kombinationsimpfung mit Masern, Mumps und Röteln verabreicht werden. Bei der Frage, ob das Immunsystem eines Kleinkindes mit einer Mehrfachimpfung nicht überlastet sei, erklärt Uguz: „Das Immunsystem – auch das eines Kleinkindes – setzt sich tagtäglich mit weitaus mehr Fremdmolekülen auseinander als es bei einer Kombinationsimpfung der Fall ist.“

„Nestschutz“ geht verloren

Die Impfung gegen Windpocken wird zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat empfohlen und sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten wiederholt werden. „Hatte eine schwangere Frau selbst schon die Windpocken oder ist sie durch eine Impfung immun, überträgt sie die Antikörper über die Blutbahn auf das ungeborene Kind“, erklärt Uguz. Nach der Geburt würden diese auch durch die Muttermilch weitergegeben. Dieser sogenannte Nestschutz sei aber lediglich in den ersten Monaten vorhanden. „Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen gegen Windpocken immun sind und so vor allem Babys mit schützen“, betont Uguz. (djd)

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