Auf einem mittelalterlichen Marktplatz waren sie noch Pflichtprogramm, heutzutage findet man sie innerhalb von Städten meist nur auf der Rennbahn oder als Touristenattraktion Kutschen ziehend: Pferde sind mehr und mehr aus dem täglichen Stadtleben verschwunden.
Der Pferdemarkt führt natürlich immer noch zuhauf Pferde, es ist nicht so, als hätte das Tier ausgedient. Das liegt unter anderem auch daran, dass wir Pferde einfach lieben. Fragen Sie mal ihr Kind, ob es Pferde gern hat, mit größter Wahrscheinlichkeit wird ein “Jaaa!” die Antwort sein. Pferde haben auf Kinder eine sowohl pädagogische wie körperlich ertüchtigende Wirkung, es bietet sich darum an, Kinder ab 5 Jahren regelmäßig aufs Land und mit Pferden in Kontakt zu bringen.
Ob wöchentlich ein paar Stunden Reitschule oder gleich Ferien auf dem Bauernhof, Pferde haben eine beruhigende und besänftigende Wirkung auf Kinder. Deswegen werden sie auch oft eingesetzt, um mit ADS-Kindern zu arbeiten.
Klar, wir sind alle etwas genervt von Wendy, Fury und dem Klischee der kleinen Mädchen mit rosa Schleifchen, die angeblich Barbie spielen und Pferde mögen, aber es ist schon was dran: Pferde können treue Freunde und beruhigende Gefährten für das Kind sein.
Spätestens wenn ein Kind sprechen kann und auf den großen “Wau-Wau” zeigt, ist es bald soweit: Die Frage nach dem eigenen Haustier. Der Spagat zwischen Tierliebe und der Verantwortung sowohl Kind als auch Tier gegenüber ist dabei nicht immer ganz einfach. Schließlich bedeutet ein Haustier auch immer ein neues Familienmitglied im Haushalt, das Fürsorge, Pflege und Verantwortung erwartet.
Erste Priorität sollte deshalb die Frage der Machbarkeit sein. Als Elternteil oder -Paar ist man immer erster Verantwortlicher des Haushalts, muss Kind und Tier unter einen Hut bringen. In letzter Konsequenz bedeutet dies zum Beispiel auch, bei Tierarztbesuchen selbst in die Tasche zu greifen- auch, wenn das Kind sich vielleicht durch ein Taschengeld beteiligen kann. Auch Hunde und Katzen, die auf der Wunschliste von Kindern oft ganz oben stehen, sind nicht für jeden Haushalt geeignet. Sie erfordern besonders viel Engagement der Eltern und sollten daher nicht als erstes Haustier fürs Kind gekauft werden.
Kleintiere sind meist pflegeleichter und platzsparender in der Haltung. Außerdem kann ein Kind so leichter ein Gefühl von Verantwortung für das Tier entwickeln, indem es kleine Aufgaben wie da Füttern schon allein übernimmt. Etwa im Kindergartenalter kann zum Beispiel ein Zwerkaninchen angeschafft werden- ein Tier also, das nicht zu klein und ein wenig robuster ist. Auch das genügsame Meerschweinchen steht hoch oben auf der Beliebtheitsliste von Haustieren. Für einen Hamster sollte das Kind mindestens im Grundschulalter angekommen sein. Ein gewisser Reifegraf an Feinmotorik ist bei diesen kleinen Geschöpfen wichtig, um sie nicht zu verletzen. Das Gleiche gilt für Mäuse und Ratten.
Ist das Tier einmal im Haushalt, sollten dem Kind nach und nach altersgerechte Aufgaben zur Pflege und Versorgung seines Lieblings übertragen werden. Als Hilfestellung sollten die Eltern natürlich immer bereit sein und gegebenenfalls liebevoll korrigieren.
Übrigens gibt es einige Tiere, die von Kindern favorisiert werden aber nicht ganz einfach sind: Chinchillas, Degus und Lemminge, aber auch Hörnchen sind eher für den älteren Tierhalter bestimmt.
Doch egal, für welches Tier Sie und ihr Kind sich entscheiden: Zu mehreren im Haushalt wird´s nie langweilig!
Ein Kind steht ins Haus und damit eine der gravierendsten Änderungen in unserem Leben.
Neben unmittelbar drängenden Fragen wie Namensfindung und Schwangerschaftskursen stellt sich im Laufe der Schwangerschaftszeit, spätestens nach der Geburt des Kleinen, die Frage: Was ist eigentlich mit unserem Haustier? Verträgt sich das mit dem Baby?
Kinderfreundliche Haustiere – gibt es die überhaupt? Mal sehen. Fangen wir mit den „Klassikern“ an.
Der Hund: Ein Kinderfreundliches Haustier?
Ja – unter Vorbehalt. Ohne Training und Einfühlungsphase wird der Hund das Baby im schlimmsten Fall als Fremdkörper begreifen, der ihm seine Stellung streitig und die Zuneigung seines Herrchens abspenstig macht. Deswegen ist es wichtig, das Tier schon früh an den Geruch des Babys zu gewöhnen und ausgiebig zu loben, wenn das Kind beschnuppert und akzeptiert wird. Weiterhin ist es wichtig, den Hund nicht zu vernachlässigen, also in der Routine seiner Spaziergänge und Spielzeiten nichts zu ändern. So bekommt er nicht den Eindruck, das Baby würde ihm seinen Platz in der Familie wegnehmen. Die nächste Phase der gegenseitigen Einfühlung entsteht, wenn das Kind laufen lernt. Es muss schon früh lernen, den Hundekorb zu meiden. Vor allem sollte mit einem Hund im Haus stets ein Auge auf das Kleine geworfen werden, unter verständnisvoller Aufsicht sollte sich der Hund langfristig gut an ein Baby gewöhnen können.
Die Katze: Kinderfreundlich?
Wer eine Katze hat, der denkt schon in der Schwangerschaftszeit darüber nach, sie wegzugeben. Der Grund: Angebliche Toxoplasmose- Gefahr. Lassen Sie Ihre Katzen testen und füttern Sie weniger rohes Fleisch. Ausspülen der Katzentoillette mit heißem Wasser und stetiges Händewaschen schützen die werdende Mutter zusätzlich.
Ansonsten gilt: Früh vorbereiten! Die Katze, am besten schon als Katzenbaby muss lernen, dass das Kinderzimmer/die Kinderecke für sie tabu ist. Sonst würde sie später ins Bettchen des Kindes hüpfen, um da zu schlafen. Außerdem muss sie schonend darauf vorbereitet werden, dass für einen Großteil der Zeit nicht mehr sie, sondern das Baby umarmt und gehegt werden wird. Am Besten mit einer Puppe trainieren. Trotzdem kann es sein, dass sich Katze und Baby nicht vertragen – Katzen sind eben sehr individuelle und sture Haustiere. In diesem Fall bleibt wohl nichts anderes übrig, als das Tier wegzugeben.
Kleintiere auf dem Tiermarkt wie Hamster, Meerschweinchen oder Mäuse sind logischerweise kein Problem. Nur aufpassen, dass das Baby nicht mit dem Kot der Tiere in Berührung kommt und den Käfig vielleicht in die andere Ecke des Zimmers stellen.
Generell gilt beim Thema Kinderfreundliche Haustiere: Ein Haustier ist vor allem dann kinderfreundlich, wenn es einfühlend und vorausschauend auf das Kind vorbereitet wird. Man kann nicht erwarten, dass sich das Tier sofort umstellt, mit der richtigen Eingewöhnung besteht jedoch zumindest eine gute Chance auf ein friedliches Zusammenleben.